Es ist einfach, – wer seine Fähigkeiten nicht einsetzt, verliert sie.
Alle reden von der Rede, die der kanadische Premier Carney am WEF in Davos gehalten hat. Hier ein kleiner Absatz aus der “Berliner Morgenpost”.
Carneys Davos-Rede wirkt auch beim 20. Lesen oder Hören deshalb so einschlagend, weil sie zwei Ebenen verbindet: die analytische Kühle des Ökonomen. Und eine zutiefst politische, menschliche, aber unprätentiöse Diagnose der Trump-Ära. Schon in seinem Buch „Value(s) – Building a Better World for All” hatte er beklagt, dass im Westen ein „ungezügelter Markt-Fundamentalismus dassoziale Kapital auffrisst“, das den Kapitalismus überhaupt erst tragfähig mache.
Es tut mir, und nicht nur mir, gut, wenn dieser Satz aus dem Munde von einem kommt, der jahrzehntelang den Kapitalismus gepredigt hat und letztenendes doch Sehnsucht nach “einer besseren Welt für alle” hat. Eh logisch, in der Tiefe unseres Herzens wollen wir alle ein “Gutes Leben”.
In der Antike war man der Meinung, das Gute Leben sei möglich, doch es brauche “das rechte Maß” und ein tugendhaftes Leben. Diese zwei Pfeiler zu pflegen, – das macht doch Sinn.
Der “ungezügelte Marktfundamentalismus” hat schon ungeheuer viel zerstört. Ich sag s immer wieder, – die österreichische Schuh- und Textilindustrie gehörten zu den besten der Welt. Schuh- und Textilindustrie sind de facto schon lange ausgerottet. Wir, die Waldviertler, gehören zu den allerletzten Schuherzeugern in Österreich.
Wir sind fest entschlossen unserer Regierung zu helfen sich zu besinnen (oh ja, wir haben Sinne, die uns beistehen, Sinn zu finden), um dieses Zerstörungswerk des “ungezügelten Marktfundamentalismus” zu beenden. Wir müssen uns auf die eigenen Fähigkeiten besinnen, nur so können wir den allgemeinen Verblödungsprozess verlangsamen. Es ist einfach, es ist banal, – wer seine Fähigkeiten nicht einsetzt, verliert sie.
Wir müssen unserer Regierung helfen, sich auf das eigene Volk zu besinnen.
Wir brauchen Rahmenbedingungen, wo man – auch hierzulande – gern arbeitet.
Das meint im Ernst, Dein/Euer Heini Staudinger